| Veranstaltung: | Wahlprogramm Tempelhof-Schöneberg 2026 |
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| Tagesordnungspunkt: | 1. Unser grüner Bezirk |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 18.03.2026, 18:48 |
A2: 1.1 GRÜN IST INFRASTRUKTUR: BÄUME, PARKS UND GERECHTE VERTEILUNG
Antragstext
Grünflächen und Bäume sind in einer wachsenden Stadt keine Nebensache. Sie kühlen, filtern die Luft, halten Wasser in der Stadt und schaffen Räume, in denen man sich begegnen kann. Doch stehen die meisten unserer Stadtbäume unter Stress: jährlich schlimmer werdende Trockenheit, Baustellen, Feinstaub, Krankheiten und schlechte Standorte setzen ihnen zu. Hinzu kommt für Tempelhof-Schöneberg, dass Grün ist in unserem Bezirk ungleich verteilt ist. Wer in zubetonierten Kiezen wohnt, hat oft weniger Schatten, weniger Parks und weniger Aufenthaltsqualität. Genau deshalb ist Baumpolitik für uns auch soziale Politik: Wer wenig Schatten und wenig Parks hat, braucht zuerst mehr Schutz vor Hitze.
Wir Bündnisgrünen haben in den letzten Jahren geliefert: Allein 2025 haben wir 479 Straßenbäume neu gepflanzt. Zieht man die notwendigen Fällungen ab, ist der Bestand innerhalb eines Jahres um 205 Straßenbäume gewachsen – so stark wie in keinem anderen Berliner Bezirk. Durchschnittlich steht alle 11 Meter ein Straßenbaum in Tempelhof-Schönebergs Straßen. Wir schützen bestehende Bäume aber auch dort, wo Großbaustellen drohen, wichtigen Bestand zu zerstören. So haben wir am Tempelhofer Damm Fällanträge für über 50 Bäume, die teilweise 150 Jahre alt sind, abgelehnt und streiten mit dem Senat für Lösungen, die Baustelle und Baumerhalt zusammenbringen. Dabei machen auch kleine Maßnahmen einen Unterschied: Wir haben über 100 Baumscheiben vergrößert und damit mehr Raum für Wurzeln, Wasser und Wachstum geschaffen. Und wir machen mit Beispielen wie dem autofreien Portal am John-F.-Kennedy-Platz vor dem Rathaus Schöneberg sichtbar, dass grüne Politik Aufenthaltsqualität bedeutet. Damit wir Bäume, Parks und Spielplätze dauerhaft gut pflegen können, brauchen wir ein Grünflächenamt, das handlungsfähig ist. Wir setzen uns daher für mehr Personal und ein verlässliches Budget ein, damit Pflege, Bewässerung und Instandhaltung nicht vom Zufall abhängen.
Wir wollen und werden uns weiter für eine klare Baumpolitik einsetzen, die schützt, nachpflanzt und besser pflegt und die besonders dort wirkt, wo Grün am meisten fehlt. Dazu sichern wir eine positive Baumbilanz und pflanzen Jahr für Jahr mehr Bäume nach, als gefällt werden. Zugleich verbessern wir die Pflege und Standorte der Bäume, damit diese bei Umbauten von Anfang an mitgedacht werden. Besonders in stark versiegelten Quartieren bringen wir mehr Grün auf die Straße und setzen dort zuerst an, wo es am heißesten ist und wo Menschen am meisten unter Hitze leiden. Dabei vertreten wir den Baumschutz konsequent und sorgen auch gegenüber dem Land Berlin dafür, dass Zusagen eingehalten werden und Bäume nicht unnötig gefällt werden. Damit das schneller geht, bauen wir Bürokratie ab, wo sie bremst, und machen es leichter, Baumscheiben zu pflegen oder junge Bäume zu unterstützen – ohne unnötige Hürden. Außerdem pflanzen wir mehr Obst- und Beerengehölze im öffentlichen Raum: Das stärkt die Artenvielfalt und macht Grün im Alltag erlebbar.