| Veranstaltung: | Wahlprogramm Tempelhof-Schöneberg 2026 |
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| Tagesordnungspunkt: | 2. Unser Bezirk, der alle mitnimmt |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 18.03.2026, 19:15 |
A15: 2.4 TEILHABE ERMÖGLICHEN - ANKOMMEN, MITGESTALTEN UND GEHÖRTWERDEN
Antragstext
Tempelhof-Schöneberg ist ein Bezirk, in dem viele Menschen neu ankommen und ihr Leben neu aufbauen. Migration und Vielfalt gehören zum Bezirk – den Kiezen, Schulen, Vereinen und Betrieben. Entscheidend ist Teilhabe ist, wenn alle Menschen hier mitreden und Perspektiven entwickeln können.
Für uns ist klar: Menschenwürde und Menschenrechte gelten für alle. Damit Teilhabe gelingt, sichern und stärken wir Erstorientierung, soziale Beratung und niedrigschwellige Anlaufstellen für Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte. Diese Angebote sind mehrsprachig, wohnortnah und nah an den Lebensrealitäten der Menschen.
Um die Orientierung in der ersten Zeit nach der Ankunft zu erleichtern, verbessern wir die Erreichbarkeit und Bekanntheit bestehender Beratungsstellen. Wir stärken die bezirkliche Beratung durch Menschen mit eigener Migrationsgeschichte.
Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe. Und auch wenn zahlreiche Organisationen und Vereine im Bezirk mit kostenlosen Deutschkursen niedrigschwellige Zugänge ermöglichen, muss die Finanzierung von Sprachkursen auf allen Niveaus nachhaltig gesichert werden.
Geflüchtete Kinder und Jugendliche brauchen von Anfang an faire Bildungschancen, daher setzen wir uns dafür ein, dass geflüchtete Kinder schnellstmöglich eingeschult werden. Wir wollen eine schnelle Einschulung und einen möglichst frühen Wechsel von Willkommens- in Regelklassen. Schulen die trennen anstatt zu verbinden, wie die Container-Schule am Tempelhofer Damm, müssen aufgelöst werden.
Teilhabe bedeutet auch berufliche Perspektiven. Wir verbessern berufliche Chancen für Geflüchtete, indem wir Projekte zur Qualifizierung und zum Übergang in den Beruf fördern und Kooperationen mit der Wirtschaft stärken. Besonders wichtig sind dabei lokale Unternehmensnetzwerke.
Ein starkes Fundament für Teilhabe bildet die Zivilgesellschaft. Ehrenamtliches Engagement – etwa durch Lesepatenschaften mit Geflüchteten oder Patenschaften für gegenseitigen Kulturaustausch – schafft Begegnung und Vertrauen. Orte wie das Interkulturelle Haus ermöglichen Beratung, Bildung und Austausch und stellen dafür bereits heute kostenfrei Räume und Infrastruktur zur Verfügung. Räume sind leider knapp- wir kümmern uns darum, dass bezirkliche Gebäude vielfältig genutzt werden können.
Wir unterstützen soziale Projekte für Geflüchtete – etwa Gemeinschaftsgärten, Sport- und Bewegungsangebote für jugendliche Geflüchtete oder andere soziale Projekte, die Begegnung ermöglichen und Stabilität im Alltag schaffen.
Bei der Unterbringung setzen wir auf dezentrale Lösungen statt Massenunterkünften. Geflüchtete sollen bei der Wohnungssuche unterstützt werden, Notunterkünfte für Wohnungslose müssen endlich auf Qualitätsstandards verpflichtet und weiterentwickelt werden. Wir wollen, die sauber sind, in der alle ausreichend Platz haben und in denen es sozialarbeiterische Unterstützungsangebote gibt. Der flächendeckend installierte WLAN-Ausbau in Gemeinschaftsunterkünften verbessert den Zugang zu Information, Bildung und Kontakt.
Der Bedarf an medizinischer und psychosozialer Versorgung ist hoch. Überfüllte Praxen und drohende Kürzungen verschärfen die Lage. Deshalb soll in der Geflüchtetenunterkunft im ehemaligen Flughafen Tempelhof ein sogenannter Medipoint eingerichtet und so die psychosoziale Versorgung Geflüchteter gestärkt werden.
Eine Bezahlkarte für Asylbewerberleistungen in Tempelhof-Schöneberg lehnen wir ab.
Partizipation schafft Zusammenhalt – und aus Tempelhof-Schöneberg einen Bezirk, in dem alle dazugehören und die Zukunft miteinander gestalten.