| Veranstaltung: | Wahlprogramm Tempelhof-Schöneberg 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2. Unser Bezirk, der alle mitnimmt |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 18.03.2026, 19:14 |
A14: 2.3 GLEICHSTELLUNG LEBEN – SCHUTZ UND SELBSTBESTIMMUNG FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN
Antragstext
Der Alltag von Frauen in Tempelhof-Schöneberg ist vielfältig. Feministische Bezirkspolitik heißt für uns, Tempelhof-Schöneberg so zu gestalten, dass Frauen hier selbstbestimmt leben können – frei von Gewalt, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung. Dafür arbeiten im Bezirk engagierte Beratungsstellen, Initiativen und die bezirkliche Gleichstellungsarbeit eng zusammen.
Ein zentrales Anliegen bleibt der Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, die bestehenden Angebote im Gewaltschutz verlässlich zu stärken und konsequent weiterzuentwickeln.
Wir stärken bezirkliche Einrichtungen wie die Frauenberatung TARA für gewaltbetroffenen Frauen und das interkulturelle Frauenzentrum S.U.S.I. für Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung. Sie leisten unverzichtbare Arbeit für Schutz, Beratung und Selbstbestimmung von Frauen. Wir setzen uns zusätzlich für Präventionsprogramme ein, in denen Kinder und Jugendliche altersgerecht erlernen, unterschiedliche Formen von Gewalt nicht zu normalisieren, und ermutigt werden, Hilfe und Rat einzuholen. Wir wollen ihre Angebote sichern, stärken und weiter ausbauen – damit Tempelhof-Schöneberg ein Bezirk bleibt, in dem Frauen Unterstützung finden, ihre Rechte wahrnehmen können und Solidarität konkret erlebbar ist.
Dazu gehört, mehr Plätze in Frauenhäusern und Schutzwohnungen zu schaffen und Prävention dort auszubauen, wo sie Frauen konkret erreicht. Mit einem bezirklichen Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention sorgen wir dafür, dass Schutz, Beratung und Prävention besser ineinandergreifen und Frauen schneller und wirksamer unterstützt werden.
Auch für Sexarbeitende kämpfen wir für Schutz, bessere Arbeitsbedingungen und verlässliche Unterstützung. Beratung, Gesundheitsvorsorge und aufsuchende Sozialarbeit sind dabei zentrale Bausteine. Die Maßnahmen des “Runden Tisch Sexarbeit” müssen mit Unterstützung der Landesebene weiter umgesetzt werden. Vor allem trans Sexarbeitende sind einem erhöhten Risiko von Gewalt ausgesetzt. Wir setzen uns daher weiter für die Einrichtung eines sozialen Nachtcafés, eine bessere Straßenbeleuchtung sowie ausreichend sanitäre Angebote ein, um die Situation rund um die Kurfürstenstraße für Sexarbeitende und Anwohnende spürbar zu verbessern und Konflikte im Alltag zu entschärfen.
Frauen tragen noch immer den größten Teil der Fürsorgearbeit in Familien – viele von ihnen als Alleinerziehende sogar ganz alleine. Mit dem Ausbau der bezirklichen Angebote für Alleinerziehende sorgen wir dafür, dass sie echte Unterstützung finden angesichts der täglichen Belastung, wie sie Erwerbs- und Fürsorgearbeit vereinbaren können .
Gleichzeitig wissen wir, dass Armut, unsichere Lebenslagen und Wohnungslosigkeit Frauen besonders hart treffen. Frauen in der Obdachlosigkeit bleiben dabei oft unsichtbar. Wir nehmen sie gezielt in den Blick, stärken präventive Ansätze und entwickeln Unterstützungsangebote weiter, die im Alltag ankommen und Frauen frühzeitig Stabilität geben. Dazu bauen wir auch die Angebote des Bezirksamtes zur finanziellen Bildung von Frauen weiter aus, die im Frauenmärz begeistert angenommen wurden und die Frauen bei der Sicherung ihrer finanziellen Unabhängigkeit unterstützen.
Ein gutes Leben braucht gleichberechtigten Zugang zu Gesundheit, Bildung und Beratung. Wir bauen Beratungsangebote aus und fördern niedrigschwellige Bildungsangebote und setzen neue Impulse bei der Frauengesundheit, an der Volkshochschule und in spezialisierten Beratungsstellen. Auch die Arbeit der Stadtteilmütter gehört zu den tragenden Säulen einer feministischen Infrastruktur, die wir verlässlich weiterentwickeln.
Unsere feministische Bezirkspolitik hat Mädchen und Frauen in Tempelhof-Schöneberg in jeder Lebenslage und in jedem Alter im Blick. Wir orientieren uns an einem intersektionalen Ansatz, der Frauen mit verschiedenen Diskriminierungserfahrungen in den Blick nimmt. Von der Förderung von Mädchen und jungen Frauen mit bewährten Formaten wie dem Girls Day und dem Weltmädchentag, die Mut machen und Perspektiven eröffnen. Bis hin zu Maßnahmen gegen Einsamkeit, die speziell an den Bedürfnissen älterer Frauen ausgerichtet sind.
Wir unterstützen gezielt Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit und setzen uns für eine gleichberechtigte Wirtschaftsförderung ein. Zugleich gestalten wir den öffentlichen Raum so, dass Frauen sich darin wiederfinden und ihn selbstverständlich nutzen können – sichtbar in Straßennamen, geschützt etwa durch eigene Schwimmzeiten für Frauen.
Für ein selbstbestimmtes und sicheres Leben für alle Frauen in Tempelhof-Schöneberg.
Unterstützer*innen
Änderungsanträge
- Globalalternative: Ä1 (Isabell von Hilgers (KV Berlin-Tempelhof/Schöneberg), Zurückgezogen)