| Veranstaltung: | Wahlprogramm Tempelhof-Schöneberg 2026 |
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| Tagesordnungspunkt: | 4. Unser lebenswerter Bezirk |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 18.03.2026, 19:35 |
A34: 4.1 MEHR RAUM FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Antragstext
Für eine zielgenauere kommunale Jugendhilfe benötigt unser Bezirk dringend einen Jugendhilfeplan. Grundsätze, die die Entscheidungsfindung im Jugendamt erleichtern, sind in Zeiten knapper Kassen wichtiger denn je. Wir werden deshalb weiterhin auf die zügige Aufstellung eines Jugendhilfeplans drängen.
Vor dem Hintergrund zunehmender queerfeindlicher Angriffe sind Rückzugsräume für queere Jugendliche wichtiger denn je. Dank unserer Beharrlichkeit wurde in Tempelhof ein queeres Jugendzentrum etabliert. Damit erreichen wir weit über den Süden unseres Bezirks hinaus Jugendliche aus ganz Berlin und machen ihnen ein Angebot.
Unsere Jugendeinrichtungen brauchen moderne Gebäude, in denen man sich gerne aufhält. Nach Jahrzehnten des Sparens ist die Bausubstanz unserer Jugendeinrichtungen allerdings stark angegriffen. Zudem fehlen uns für die Jugendarbeit noch immer bezirkseigene Räume, die unabhängig vom Mietenmarkt sind. Auch dank unseres Engagements wurden mit dem Lortzingclub in Lichtenrade und der Friedenauer Burg als erster Schritt zwei sanierungsbedürftige Jugendclubs in die Investitionsplanung aufgenommen. Dennoch existiert noch immer kein Sanierungsprogramm auf Landesebene. Der „Boseclub“ in Tempelhof erhält weniger Geld und in der Prioritätensetzung des Bezirks sind die Jugendfreizeiteinrichtungen weiter nach unten gerutscht. Dieser Entwicklung stellen wir uns gemeinsam mit unseren Abgeordneten auf der Landesebene entgegen. Auch der Kindercircus in der Ufa-Fabrik wäre beinahe der Sparpolitik der Senatsverwaltung zum Opfer gefallen. Dank unserer Politik war es möglich, den Circus durch Überschüsse aus der Parkraumbewirtschaftung zu retten.
Damit „Potse“ und „Drugstore“ endlich wieder eine Heimat bekommen, unterstützen wir nach wie vor den Bau des lange geforderten „Hauses der Jugend“. Gemeinsam mit einer landeseigenen Gesellschaft soll der Bezirk das Projekt am Werner-Voss-Damm entwickeln und so einen wichtigen Begegnungsort für unsere Jugendlichen ermöglichen.
Durch den Rückgang der Geburtenrate leidet Tempelhof-Schöneberg mittlerweile nicht mehr unter einem Mangel an Kita-Plätzen. Bei weniger Einnahmen hat sich der Sanierungsbedarf an Kita-Immobilien gleichzeitig drastisch erhöht. Wir werden uns dafür stark machen, den Betrieb unserer kommunalen Kitas zu sichern und auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen.
Spätestens seit der Corona-Krise leiden Kinder und Jugendliche zunehmend unter Einsamkeit. Um für junge Menschen zusätzliche Begegnungsorte zu schaffen, setzen wir uns deshalb weiterhin für den Ausbau kostenfreier Spiel- und Sportmöglichkeiten ein, insbesondere im Süden des Bezirks. Unter Federführung unserer Grünen Stadträtin haben wir deshalb in Lichtenrade zwei neue Spielplätze errichtet. Weitere Spielplätze sind in Planung.
Um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können, benötigen Jugendliche außerdem zusätzliche Beteiligungsmöglichkeiten. Neben dem großartigen Kinder- und Jugendparlament fordern wir deshalb weitere Beteiligungsformate, die einen Austausch verschiedener Altersgruppen und deren Beteiligung am Gemeinwesen ermöglichen. Wir werden deshalb prüfen, ob wir für unseren Bezirk ein selbst verwaltetes Jugendbudget verwirklichen können.