| Veranstaltung: | Wahlprogramm Tempelhof-Schöneberg 2026 |
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| Tagesordnungspunkt: | 4. Unser lebenswerter Bezirk |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 18.03.2026, 19:35 |
A35: 4.2 SCHULEN ALS INKLUSIVE BILDUNGSORTE WEITERENTWICKELN
Antragstext
Kinder und Familien brauchen Schulen die gute Bildung bieten- und die gleichzeitig nah und planbar sind. Wir wollen, dass Familien sich darauf verlassen können und wissen, woran sie sind. Schulplätze müssen zu jeder Zeit wohnortnah und bedarfsgerecht ausreichend zur Verfügung stehen, ohne dabei die zulässigen Klassengrößen zu überschreiten. Wir fordern deshalb eine vorausschauende Bedarfsplanung, die alle statistischen Daten einbezieht. Bei der Anmeldung für die Grund- oder Oberschule dauert es bis zur Ausstellung des Aufnahmebescheids jedoch noch immer viel zu lange. Um die Wartezeit zu verkürzen, fordern wir deshalb eine konsequente und individuelle Beratung der Eltern mit realistischen Einschätzungen.
Trotz einiger Fortschritte in den letzten Jahren bleibt die schnelle Sanierung von Schulgebäuden ein wichtiges Anliegen unserer Politik. Das erfordert große Sorgfalt, denn wir müssen gleichzeitig notwendige Ausweichquartiere zur Verfügung stellen und sicherstellen, dass Sanierungsmaßnahmen den laufenden Unterricht nicht beeinträchtigen. “Fliegende Klassenzimmer” und der Ausbau unserer Schuldrehscheiben können dabei helfen.
Um den klimatischen Veränderungen gerecht zu werden, sind energetische Sanierungen und weitreichende Klimaanpassungsmaßnahmen unabdingbar. Denn lernen kann man vor allem mit einem kühlen Kopf. Wir werden deshalb den Bau von Solaranlagen auf Schulen weiter voranbringen. Mit dem Projekt „Köpfchen statt Kohle“ wollen wir weiterhin Energieeinsparungen durch Verhaltensänderung erreichen. Kosteneinsparungen nutzen wir für weitere Investitionen in die Infrastruktur.
Noch immer ist die Reinigungssituation in unseren Schulen unbefriedigend, besonders rund um die Schultoiletten. Wir fordern deshalb weiterhin die Rekommunalisierung der Schulreinigung.
Genauso wichtig ist die Digitalisierung unserer Schulen. Der Breitbandausbau ist in den letzten Jahren zwar gut vorangekommen, jedoch müssen auch moderne Endgeräte und Laptops in allen Schulen zum Standard werden. Die Medienkompetenz aller Mitglieder der Schulgemeinschaft wollen wir durch Weiterbildungs- und Informationsangebote weiter stärken.
Wir setzen uns außerdem entschieden für inklusive Schulen ein und fordern, das Prinzip der Inklusion in allen Bereichen des schulischen Lebens konsequent zu verwirklichen.Den Plan für einen zusätzlichen Förderschwerpunkt am Berlinicke-Platz lehnen wir ebenso entschieden ab wie die neu eingerichtete Container-Schule am Flughafen Tempelhof. Beide fördern den Ausschluss von Kindern, die sich ohnehin bereits in schwierigen Lebensumständen befinden. Das darf nicht sein. Die Bedürfnisse von Kindern, die besondere Anforderungen haben oder aus anderen Ländern nach Berlin gekommen sind, muss das Bezirksamt bei der Planung und Vergabe von Schulplätzen besser berücksichtigen.
Im Sinne der Inklusion setzen wir uns außerdem konsequent für den Ausbau der Gemeinschaftsschulen ein. Mit der Friedenauer Gemeinschaftsschule verfügt unser Bezirk über ein Vorzeigeprojekt, das sich seit zehn Jahren bewährt hat und deutschlandweit anerkannt ist. Die Johanna-Eck- und die Mascha-Kaléko-Schule wollen wir unterstützen, damit sie sich künftig zu Gemeinschaftsschulen entwickeln können. Auch an der Halker Zeile in Lichtenrade wäre ein Standort für eine weitere Gemeinschaftsschule sinnvoll.
Die Autonomie unserer Schulen wollen wir weiter stärken. Die Schulgemeinschaften und ihre Mitglieder wissen am besten, wie sie sich als lebenswerte Lernorte aufstellen. Um die Beteiligten vor Ort in die Lage zu versetzen, sich programmatisch weiterzuentwickeln und eigene Wege zu beschreiten, benötigen sie ein höheres Budget für Personal, Projekte, kulturelle Bildungsangebote und Fortbildungen. Damit stärken wir außerdem gezielt die Ganztagsbetreuung. Um im Sinne der Schulautonomie auch die Selbstbestimmung und Beteiligung von Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten, bekennen wir uns außerdem klar zum Schüler*innenhaushalt. Unserem Engagement in Tempelhof-Schöneberg ist es zu verdanken, dass der Schüler*innenhaushalt trotz massiver Einsparungen für ganz Berlin gerettet und verstetigt werden konnte.