| Veranstaltung: | Wahlprogramm Tempelhof-Schöneberg 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4. Unser lebenswerter Bezirk |
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 18.03.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 18.03.2026, 19:39 |
A38: 4.5 KULTURELLE ANGEBOTE FÜR DEN GANZEN BEZIRK
Antragstext
Kultur ist das Herz eines lebendigen Bezirks – sie verbindet, inspiriert und schafft Gemeinschaft. Unsere Bibliotheken, Musikschulen, Volkshochschulen, Museen, Galerien und Theater sind Orte der Begegnung und des Austauschs. Wir stärken sie als lebendige Räume für alle, denn Kultur gehört allen. Wir setzen uns dafür ein, die kulturelle Infrastruktur zu stabilisieren und auszuweiten, um eine flächendeckende Versorgung mit kommunalen Kultureinrichtungen zu erreichen.
Die Alte Mälzerei in Lichtenrade ist ein Leuchtturmprojekt für Kulturpolitik in Tempelhof-Schöneberg, für das wir uns seit Jahren eingesetzt haben. Seit seiner Neueröffnung als Kulturzentrum finden sich in dem Industrie-Denkmal eine Bibliothek, ein Kindermuseum sowie Räume für die Leo-Kestenberg-Musikschule und für die Volkshochschule samt einer Lehrküche für Ernährungsbildung. Die Alte Mälzerei zieht nicht nur Menschen aus Lichtenrade an, sondern strahlt auch über den Bezirk hinaus aus und ist ein wichtiger Treffpunkt für Bildung, Kultur und Gemeinschaft im Süden Berlins. Mit der „Neuen Mitte Tempelhof“ wollen wir auch in Tempelhof einen attraktiven Kulturort mit einer neuen Bibliothek, einer kommunalen Galerie und Räumen für die Volkshochschule schaffen.
Doch auch darüber hinaus wollen wir die Bibliotheken im Bezirk mit modernen Medien und Angeboten für alle Altersklassen ausstatten, um sie zu lebendigen Treffpunkten und Räumen des gemeinsamen Lernens und Gesprächs zu machen. Wir verstehen Bibliotheken als einen niedrigschwelligen und inklusiven Kulturort, der mehr bietet als die Möglichkeit, Bücher auszuleihen. Die Stadtteilbibliotheken sind Horte der kulturellen Daseinsvorsorge, Orte der Kommunikation, Bildung und Informationsbereitstellung, ohne Konsumzwang. 2021 musste die Gertrude-Kolmar-Bibliothek ihre Räumlichkeiten in der Sophie-Scholl-Schule aufgeben und hat bis heute keinen neuen Standort gefunden. Wir setzen uns weiterhin für einen neuen Standort ein, damit der Bezirk diesen wichtigen Lern- und Bildungsort zurückerhält.
Die vielfältigen Angebote der Volkshochschule leisten einen wichtigen Beitrag zu kultureller Teilhabe, sozialer Integration und lebenslangem Lernen. Wir setzen uns dafür ein, dass ihre Programme weiter ausgebaut werden können und nicht eingeschränkt werden müssen.
Die Musikschule und die Jugendkunstschule sind zentrale Orte kultureller Bildung im Bezirk. Ihr vielfältiges Angebot ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Zugang zu Musik und Räume zum kreativen Ausprobieren und zur künstlerischen Entfaltung, unabhängig vom Geldbeutel. Wir setzen uns für eine gesicherte Finanzierung,ausreichend Räume, eine gute Ausstattung und verlässliche Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte ein, damit ihr Angebot weiter wachsen kann. Auch aufgrund unseres Engagements wurden auf Landesebene Mittel bereitgestellt, um etwa ein Viertel der zuvor freiberuflich tätigen Lehrkräfte an Musikschulen fest anzustellen. Darüber hinaus setzen wir uns beim Senat für die Festanstellung weiterer Lehrkräfte an Musikschulen ein.
Die freie Kulturszene ist eine der großen Stärken Tempelhof-Schönebergs. Wir wollen freie Kulturschaffende finanziell und räumlich bestmöglich unterstützen. Bezirkliche Förderprogramme sollen erhalten bleiben und stärker bekannt gemacht werden. Gleichzeitig wollen wir bezahlbare Räume für kulturelle Produktion sichern. Ateliers, Proberäume und Werkstätten sind unverzichtbar für ein lebendiges Kulturleben. Nicht zuletzt durch unser Engagement konnten wir vor einigen Jahren das Kulturhaus Schöneberg mit vielen Kulturräumen in der Kyffhäuserstraße etablieren. Daran werden wir anschließen, indem, wo möglich, kostengünstige oder kostenfreie Räume für kulturelle Initiativen zur Verfügung gestellt werden.
Kultur lebt auch von Veranstaltungen im Kiez. Deshalb setzen wir uns für die Förderung von Kiezkultur und lokalen Veranstaltungen ein. Das jährliche Kultursommerfest des Amts für Kultur soll weiter bestehen und als Treffpunkt für Kultur, Nachbarschaft und Austausch erhalten bleiben.
Nach wie vor wollen wir das ehemalige Straßenbahndepot in der Belziger Straße zu einem soziokulturellen Standort entwickeln. Die Menschen aus der Umgebung benötigen dringend Räume für Kultur und Begegnung. Die Pläne des Senats, den Standort als Parkfläche für konfiszierte Fahrzeuge zu nutzen und perspektivisch zu einem Feuerwehr-Museum umzubauen, lehnen wir ab. Wir wollen das Depot bis zur endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Standorts für soziokulturelle Zwischennutzungen öffnen.
Viele kulturell genutzte Immobilien im Bezirk sind stark sanierungsbedürftig, z.B. das Haus am Kleistpark. Gemeinsam mit unseren Grünen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses werden wir dafür eintreten, dass das Haus endlich beim Senat priorisiert und barrierefrei umgebaut wird. Wir kämpfen dafür, dass damit ein wichtiger kommunaler Kulturort in unserem Bezirk für wirklich alle Menschen zugänglich sein wird.